2. Schweizer Krebskongress: „Qualität in der Onkologie“
27. August 2015, Universität Freiburg

Workshop 1
Qualität in der Früherkennung

Zwei Aspekte der Früherkennung stehen im Zentrum:
1. Wie wird ein Früherkennungsprogramm praktisch umgesetzt? Welche Lehren lassen sich aus dem Beispiel Kolonkarzinom ziehen? Wie lassen sich die Betroffenen erreichen und welchen Qualitäts-anforderungen muss die Umsetzung genügen?
2. Beim Brustkrebsscreening sind die betroffenen Frauen und die sie betreuenden Ärzte in der Schweiz mit zwei widersprüchlichen Empfehlungen konfrontiert: Das Swiss Medical Board rät von weiteren Programmen ab, die NSK und das BAG wollen die Programme jedoch schweizweit einführen. Was soll nun gelten?


Workshop 2
Prävention und Gesundheitsförderung

Gesundheitsförderung und Prävention sind nicht krebsspezifisch sondern beugen gleich mehreren Krankheiten vor. So sollen etwa Antirauch-Kampagnen die Inzidenz von Lungen-, Herz/Kreislauf- und Krebserkrankungen senken. Wie gut wirken solche Massnahmen? Und wie könnte die praktische Umsetzung der Gesundheitsförderung aussehen?


Workshop 3
Interprofessionelle Zusammenarbeit: Qualität von Rapporten 

Mit der interprofessionellen Zusammenarbeit werden Rapporte zur Koordination der Behandlung im ambulanten und stationären Bereich immer wichtiger. Wie sollen Übergaberapporte gestaltet werden, damit der nächsten Arbeitsgruppe die wichtigen Informationen zur Verfügung stehen und die Kontinuität der Betreuung gewährleistet ist? Worauf ist zu achten, dass beim anderen meine Botschaft richtig ankommt? Unter welchen Rahmenbedingungen und mit welchen Hilfsmitteln können Rapporte gelingen? In der ambulanten Betreuung von Patienten wird das Rapportwesen unter verschiedenen Disziplinen und Professionen noch anspruchsvoller, weil zur zeitlichen Flexibilität auch noch die räumliche Distanz unter den Akteuren hinzukommt. Auch die korrekte Medikamentenverordnung ist für die Patientensicherheit relevant. Die Qualität von Medikamentenverordnungen ist für die fehlerfreie Kommunikation zentral.


Workshop 4
Ermöglicht die Zusammenarbeit von Patienten, Angehörigen und Fachpersonen in der Onkologie eine bessere Qualität? 

Zwischen der Anzahl Gesundheitsfachleute und der älter werdenden Bevölkerung öffnet sich eine Schere. In Zukunft werden immer mehr Patienten und Angehörige mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Gleichzeitig fordert eine zunehmend personalisierte Behandlung auch eine zunehmend personalisierte Entscheidungsfindung und individuelle Behandlung und Pflege, an der sich Patienten und Angehörige aktiv beteiligen können. In der Schweiz fehlt es bisher an etablierten Modellen für eine intensivere Zusammenarbeit von Patienten, Angehörigen und Fachpersonen. Einige Projekte sind bereits lanciert. Tragen sie zu einer Verbesserung der Versorgung bei? Welche Kompetenzen müssen Fachpersonen weiterentwickeln um das Selbstmanagement von Patienten und Angehörigen zu fördern?


Workshop 5
Entwicklung und Implementierung von qualitativ hochstehenden Guidelines

Die Anzahl Guidelines nimmt ständig zu. Da der Krankheitsverlauf oft durch eine guidelinesgemässe Behandlung günstig beeinflusst wird, ist die Entwicklung von Guidelines zu fördern. Andererseits aber kann die Entwicklung von Guidelines von verschiedenen Interessensgruppen instrumentalisiert werden. Für die Vergabe von Zertifikaten und Qualitätslabels sollte die Behandlung und Betreuung gemäss von der Fachgesellschaft anerkannter Guidelines ein Musskriterium sein. Wie werden qualitativ hochstehende Guidelines entwickelt, welche sollen zur Anwendung kommen und wie werden sie in die Praxis implementiert?


Workshop 6
Integration von Rehabilitation und Palliativmedizin in die Behandlung und Betreuung von Tumorpatienten

Die Behandlung und Betreuung von Tumorkranken erfolgt heute so weit als möglich ambulant. Dementsprechend sind Konzepte zu erarbeiten, die vor allem im ambulanten Bereich die Integration von Rehabilitation und palliativmedizinischen Aspekten über die ganze Behandlungskette erlauben. Das „Schnittstellenmanagement“ von stationär zu ambulant und unter den verschiedenen Disziplinen ist eine grosse Herausforderung und verdient grosse Aufmerksamkeit.


Workshop 7
Notwendige Daten zur Messung der Versorgungsqualität

Qualitätsregister der Fachgesellschaften resp. klinische Register können dazu beitragen, die Behandlungsqualität darzustellen. Der Entwurf zum nationalen Krebsregistergesetz sieht zwar die Möglichkeit vor, Behandlungsdaten zu erfassen. Diese Erfassung unterliegt aber Einschränkungen. Welche Daten sind zu erheben, damit die Versorgungsqualität abgebildet und bestenfalls verbessert werden kann?


Workshop 8
Was kann die klinische Forschung zur Behandlungsqualität beitragen?

Studien zeigen, dass in Spitälern, in denen klinische Forschung betrieben wird, der Outcome resp. die Behandlungsqualität besser ist als in solchen, die nicht forschen. Ist klinische Forschung somit eine Voraussetzung für optimale Behandlungsqualität? Sind grössere finanzielle Mittel oder die Forschung ursächlich für höhere Behandlungsqualität verantwortlich? Und wie steht es mit der Lebensqualität und der Patientenzufriedenheit?


Workshop 9
Bessere Patientensicherheit dank konkreten Massnahmen im Alltag

Oft kann mit relativ einfachen Massnahmen und Regeln die Patientensicherheit verbessert werden, sei das in Spitälern wie auch in Hausarztpraxen. Im Workshop werden neue Studienresultate präsentiert und die Machbarkeit konkreter Umsetzungsmassnahmen diskutiert. Ebenso gibt es Einblicke in laufende (Pilot-)Projekte wie etwa das Projekt „progress! Sichere Chirurgie“, das an diversen Schweizer Spitälern läuft.


Workshop 10
Qualität in der (Sozial-)Beratung

Folgende grundsätzlichen Fragen stehen im Zentrum: Welchen wesentlichen Beitrag leistet die (Sozial-)Beratung zum Behandlungserfolg? Wie positioniert sich die (Sozial-)Beratung in der Versorgungskette und wie beeinflusst sie die Struktur- und Finanzierungsdiskussion im Gesundheitswesen? Wie wird die Qualität der (Sozial-)Beratung erkannt, erfasst und innerhalb des gesamten Behandlungserfolgs sichtbar gemacht?